{"id":4,"date":"2008-07-28T17:16:40","date_gmt":"2008-07-28T15:16:40","guid":{"rendered":"http:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/?p=4"},"modified":"2018-06-09T09:38:49","modified_gmt":"2018-06-09T09:38:49","slug":"epilog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/?p=4","title":{"rendered":"Epilog"},"content":{"rendered":"<p>Er wird ihr nach einigen Wochen und einigen unerfreulichen Kontakten und einem Gespr&#228;ch mit einer guten Freundin, die trocken konstatiert hatte, dass sie eben nicht beziehungsf&#228;hig w&#228;re, folgende Email unter dem Titel \u201e&#220;bersiedlung\u201c schicken:<br \/>\nLiebe C.,<br \/>\nnachdem Du mir gestern all Deinen Hass und Deine K&#228;lte gezeigt hat, zu denen ich Dich nie f&#252;r f&#228;hig gehalten h&#228;tte, bin ich in unsere Wohnung zur&#252;ckgekehrt, in der Du mich mit einem Anflug an Sadismus vor Wochen einfach zur&#252;ckgelassen hast, um ein neues Leben anzufangen. Da ich aber kein Masochist bin und mir t&#228;glich unsere Vergangenheit um die Ohren schlagen lassen m&#246;chte, ersuche ich Dich dringend, bis Ende des Monats November alle Deine Habseligkeiten abtransportieren zu lassen. Nach meiner Sch&#228;tzung wirst Du an die 30-50 &#220;bersiedlungskisten ben&#246;tigen, wobei dazu noch die M&#246;belst&#252;cke und Deine Sachen, die sich am Dachboden und im Abstellraum befinden, hinzukommen.<br \/>\nIch hatte bisher diese ambivalente Situation ertragen, da ich noch immer die Hoffnung hatte, dass wir in einiger Zeit (ein paar Monate, ein halbes Jahr) ein Arrangement bez&#252;glich eines f&#252;r beide befriedigenden Zusammenlebens finden k&#246;nnten. Ich hatte gehofft, dass Du irgendwann erkennen w&#252;rdest, dass ich mich schon sehr lange zum Positiven ver&#228;ndert hatte, dass Du wieder ein Gef&#252;hl f&#252;r mich entwickeln k&#246;nntest. Aber Du hast Dir aus den Bruchst&#252;cken einer &#228;u&#223;erst einseitigen Erinnerung einen Werner konstruiert, gegen den ich einfach nicht ankommen kann. Ich resigniere jetzt, da ich seit gestern wei&#223;, dass es v&#246;llig gleichg&#252;ltig ist, was ich tue, Du wirst mir immer einen Strick daraus drehen. Du hast nie in Deinem Leben eine einmal gefasste Meinung ge&#228;ndert, nie einen Irrtum zugegeben. Mein Irrtum war, Dich zu lieben. Und diesen Irrtum erkenne ich jetzt, auch wenn es unheimlich weh tut. Ich habe Dir mehr als mein halbes Leben gegeben, Du hast es genommen und jetzt wirfst Du es weg. Du wirst damit leben m&#252;ssen, genauso wie ich.<br \/>\nIch habe mich gefragt, was jetzt w&#228;re, wenn ich nicht hinter Deinen Betrug gekommen w&#228;re. Vermutlich w&#228;ren wir noch beisammen und Du w&#252;rdest  Dein Doppelleben weiter f&#252;hren. Wahrscheinlich ist das Leben insgesamt eine L&#252;ge, wobei diese L&#252;gen austauschbar sind. Viel Spa&#223; mit Deiner neuen L&#252;ge &#8211; soviel Sarkasmus muss sein.<br \/>\nIch habe entgegen dem Rat aller Menschen in meiner Umgebung &#8211; wozu auch Deine Familie geh&#246;rte &#8211; versucht, Dir meine Hand zu reichen. Ich sehe, ich bin damit gescheitert.<br \/>\nSeit gestern empfinde ich tiefes Mitleid mit Dir, vor allem deshalb, weil es Dir in den kommenden Monaten nicht erspart bleiben wird, Dich mir dem, was Du jetzt getan hast, existenziell auseinanderzusetzen. Aber Du hast ja so viele Freunde und Freundinnen, dass das ganz leicht sein wird.<br \/>\nZum Abschluss noch: Ich hatte mich gestern wirklich gefreut, Dich wieder zu sehen, weil ich nach dem Abschied eine Woche lang die Hoffnung hatte, es gibt in Dir noch einen Rest von W&#228;rme und Emotion. Aber Dir geht es offensichtlich so gut, dass das gar nicht n&#246;tig ist. Jemand, der wie Du st&#228;ndig auf der Flucht vor sich selber ist, braucht keine Emotionen sondern einfach einen langen Atem. Ich laufe Dir ab nun nicht mehr hinterher, denn ich bin am Ende mit meiner Kraft. Du sprichst vom Mut mich endlich verlassen zu haben &#8211; ich w&#252;nsche Dir den Mut, dass Du Dich eines Tages Dir selber stellen kannst und dass Du dabei etwas findest, was ich einmal so unendlich geliebt hatte. Noch immer liebe.<br \/>\nImmer lieben werde. Ich w&#252;nsche Dir, dass Du dann nicht erkennen musst, dass das, was Dein Leben ausgemacht hat, nicht blo&#223; meine Liebe zu Dir war.<br \/>\nW*<br \/>\n&#8212;<br \/>\nFalls meine SMS (7 Teile) gestern bruchst&#252;ckhaft angekommen ist, hier nochmals der vollst&#228;ndige Text:<br \/>\nLiebe C., Deine Argumentationsumkehr zum Verzeihen macht mich sehr traurig, denn das hei&#223;t, Du hast mich nie geliebt. Daher brauchtest Du nie damit anfangen! Ich dachte immer, nur die letzten 7-8 Jahre w&#228;ren ohne Liebe gewesen, nun wei&#223; ich, dass es 33 Jahre waren. Mehr als mein und Dein halbes Leben! Danke f&#252;r diese Lebensl&#252;ge &#8211; Strindberg ist dagegen ein Lercherl. Nun wei&#223; ich, dass Du unser heutiges Gespr&#228;ch bewusst scheitern lassen wolltest &#8211; es ist Dir gelungen. Offensichtlich suchst Du in der Zwischenzeit unserer Begegnungen Anl&#228;sse, die Du mir an den Kopf schmei&#223;en kannst, um Deine Lebensl&#252;gen aufrecht zu erhalten, egal, ob sie stimmen oder nicht. Vermutlich bin ich der einzige Mensch auf der Welt, der Dich &#252;berhaupt liebt. Objektiv betrachtet verdienst Du es nicht, aber ich bin halt nicht objektiv. Dein n&#252;tzlicher Idiot, den Du wieder einmal perfekt zum Spielen Deines Lebens missbraucht hast. K&#246;nnte ich Dich doch hassen! K&#246;nnte ich doch Hassgedichte schreiben statt solche der Hoffnung. Ich kann es nicht! Versuch mir nur einmal eine Winzigkeit zu verzeihen! Gute Nacht! W*, todtraurig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er wird ihr nach einigen Wochen und einigen unerfreulichen Kontakten und einem Gespr&#228;ch mit einer guten Freundin, die trocken konstatiert hatte, dass sie eben nicht beziehungsf&#228;hig w&#228;re, folgende Email unter dem Titel \u201e&#220;bersiedlung\u201c schicken: Liebe C., nachdem Du mir gestern all Deinen Hass und Deine K&#228;lte gezeigt hat, zu denen ich Dich nie f&#252;r f&#228;hig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zwei-wochen.stangl.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}